Von der Verpackung zur Verpackungslinie

"Was ich wirklich brauche, ist eine Maschine, die Beutel in Kartons legt."
Vor fast vierzig Jahren begann Gerrit Jan Nieuwenhuis mit der Herstellung von Verpackungen. Heute widmet sich der beeindruckende Niverplast-Hauptsitz in Nijverdal vor allem der Entwicklung und dem Bau von Maschinen, die Beutel automatisch in Kartons oder Kisten einlegen, befüllen und verschließen.
Dieser Artikel erschien ursprünglich in einer niederländischen Publikation von Rabo & Co, Juli 2026.
Niverplast nahm in den 1990er-Jahren richtig Fahrt auf, als Gründer Gerrit Jan Nieuwenhuis ein System erfand, mit dem sich ein Kunststoffbeutel schnell und einfach in einen Karton oder eine Kiste einsetzen ließ. Sein Sohn Richard Nieuwenhuis erinnert sich:
„Damals sagte einer der Kunden meines Vaters: 'Die Verpackungsmaterialien, die Sie liefern, sind großartig, aber was ich wirklich brauche, ist eine Maschine, die sie in meine Kartons legt.' Also baute mein Vater eine. Ohne jegliche Vorerfahrung im Maschinenbau entwickelte er die Maschine, und innerhalb eines Jahres hatte er bereits zwölf davon für diese Branche gebaut."
Komplette Verpackungslinien
Heute entwickelt und baut Niverplast in Nijverdal komplette Verpackungslinien, wobei das Grundprinzip dasselbe bleibt: das automatische Einlegen von Beuteln in Kartons oder Kisten, deren Befüllung und das anschließende Verschließen. Dabei sind keine zwei Maschinen exakt gleich. Jede Lösung wird auf das Produkt, die Verpackung und den Produktionsprozess des Kunden zugeschnitten.
Entwickler Job Kleinsman erklärt:
„Eine typische Niverplast-Verpackungslinie legt zunächst einen Beutel in einen Karton oder eine Kiste, bevor dieser mit Produkten wie Brot, Obst oder Fleisch befüllt wird. Anschließend kann der Beutel versiegelt und der Karton verschlossen werden. Marktspezifische Optionen, darunter Bildverarbeitungssysteme zur Qualitätskontrolle, Metalldetektion und Kontrollwaagen, runden die Linie ab."
Online-Supermärkte
Das anhaltende Wachstum des E-Commerce hat auch neue Möglichkeiten für Niverplast geschaffen. Das automatische Einlegen von Beuteln in Kartons und Kisten passt nahtlos zur Arbeitsweise von Online-Supermärkten wie Picnic.
„Unser gemeinsam mit Picnic entwickelter T-Plast legt drei Beutel in eine wiederverwendbare Kunststoffkiste. Die Beutel werden mit Lebensmitteln gefüllt und an den Verbraucher geliefert. Nach Gebrauch werden die Beutel eingesammelt, zurückgebracht und recycelt."
Das mag einfach klingen, doch die Entwicklung des T-Plast war alles andere als simpel.
„Picnic bat uns, diese Maschine zu entwickeln. Wir haben dann fast zwei Jahre gemeinsam an der Entwicklung gearbeitet. Heute sind mehr als fünfzig dieser Maschinen an Picnic-Standorten im Einsatz."
Obwohl die Maschine ursprünglich speziell für Picnic entwickelt wurde, liefert Niverplast dieselbe Lösung inzwischen auch an andere E-Commerce-Unternehmen.

Fortschrittliche Maschinentechnik
Nieuwenhuis und Kleinsman zeigen mehrere Maschinen des Unternehmens.
„Das ist der CombiKIS, wobei KIS für 'Keep It Simple' steht", sagt Kleinsman. „Der CombiKIS ist aus dem CombiPlast hervorgegangen, einer fortschrittlichen Hochgeschwindigkeitsmaschine zum Einlegen von Beuteln in Kartons. Wir haben erkannt, dass kleinere Kunden mit begrenzterem Budget weiterhin eine zugängliche Einstiegslösung suchten. Mit dem CombiKIS können wir auch diesen Markt bedienen."
Etwas weiter steht das Pick & Place-Modul.
„Dieses Modul nutzt zwei Roboter, um Produkte präzise in Kartons oder Kisten zu platzieren. Dank des modularen Designs lässt sich die Kapazität leicht erweitern. Wir haben kürzlich eine Produktionslinie mit zwölf Robotern nach Spanien geliefert, die 14.000 Baguettes pro Stunde verpacken kann."
Da die Nachfrage nach Maschinen zum automatischen Einlegen von Papierbeuteln ebenfalls gestiegen ist, hat Niverplast zusätzlich zu seinen bestehenden Lösungen den PaperBagger entwickelt.
Bei Niverplast wurden traditionelle Managementebenen durch kleine, selbstorganisierte Teams innerhalb der größeren Organisation ersetzt. Das sorgt für kurze Kommunikationswege, fördert Gleichberechtigung und gibt den Mitarbeitenden Eigenverantwortung. Die Philosophie ist einfach: Zufriedene Kolleginnen und Kollegen sorgen für zufriedene Kunden.
Verpackung und Kunststoff
- Der Name Niverplast steht für Nieuwenhuis Verpakkingen & Plastics (Nieuwenhuis Verpackungen und Kunststoffe). Er wurde gewählt, weil in den Anfangsjahren alle Verpackungsmaterialien aus Kunststoff bestanden. Heute entwickelt das Unternehmen auch Maschinen, die automatisch Papierbeutel einlegen.
- Als Niverplast 2016 seinen heutigen Hauptsitz bezog, beschäftigte das Unternehmen rund 100 Mitarbeitende. Heute ist diese Zahl auf etwa 300 gewachsen.
- Niverplast erzielt einen Jahresumsatz von rund 100 Millionen Euro.
- Das Unternehmen beliefert Kunden auf der ganzen Welt.
Autor: Geert Jan Darwinkel
Fotograf: Henk Wildschut